Sich Sorgen zu machen ist ok.

Viele Mitmenschen heutzutage sind unglücklich weil sie ständig besorgt sind. Darum füllen sie auch in Massen die Praxen der Psychologen. Diese Leute sind überzeugt ein Problem zu haben, aber sie wissen nicht was sie dagegen tun sollen. Und das verschlimmert die Situation noch. Es scheint als seien sie darauf programmiert sich Sorgen zu machen. Und da könnte was Wahres dran sein.

Natürlich kann man sich das Leben zur Hölle machen wenn man sich die ganze Zeit um alles in der Welt Sorgen macht. In diesem Fall ist es schwer glücklich zu sein und seinen inneren Frieden zu finden. Aber auch der Druck überhaupt keine Sorgen haben zu wollen kann kontraproduktiv, und sogar gegen unsere eigentliche Natur, sein. Denn so kann es sein dass die Evolution Besorgnis gefördert hat und diese über die Gene weitergeben wird. So gesehen wäre die Besorgnis auch einer der Hauptgründe dass Du jetzt überhaupt als Person existierst.

Denn wo kommen Deine Gene here? Von Deinen Eltern natürlich. Aber nicht nur von ihnen, sondern auch von deren Eltern. Und deren Eltern. Und soweiter. Bis in die dunklen Anfänge der Zeit.

Und all diese Vorfahren, all diese Paare haben sich im Laufe der Zeit getroffen und fortgepflanzt. Durch eine Reihe ausserordentlicher Zufälle hatten all die richtigen Paare Kinder zusammen so dass Du existieren konntest.

Wenn auch nur dein Urgrossvater nicht deine Urgrossmutter kennengelernt hätte, dann würdest Du heute nicht diesen Text lesen können. Und das Gleiche gilt für all Deine direkten Vorfahren. Aber glücklicherweise ging alles gut, denn alle trafen sich und hatten mindestens ein Kind. Hätte auch nur ein Paar sich nicht in dieser Konstellation getroffen – WUSCH! – Du würdest nicht existieren.

Was hätte also alles schiefgehen können? Alles Mögliche. Sie hätten sich entscheiden können nicht zu dem Zeitpunkt an dem Ort zu sein wo sie sich schlussendlich getroffen haben. Sie hätten sich nicht anziehend finden können. Jemand anders hätte sie früher als Partner nehmen können.

Aber das Fatalste wäre wohl gewesen wenn einer der beiden gestorben wäre ehe sie die Möglichkeit gehabt hätten sich fortzupflanzen. Und dies war gar nicht so unwahrscheinlich, denn die Geschichte war ein gefährlicher Ort.

In unserer relativ sicheren, modernen Welt vergessen wir oft wie einfach die Menschen vor hundert, tausend oder zehntausend Jahren umkommen konnten. Irgendwie war ständig Krieg, das Essen war oft karg und das Wasser schlecht. Die Hygiene war äusserst mangelhaft, Viren und Bakterien hatten Hochkonjunktur. Die Medizin konnte nur ansatzweise helfen und selbst einfachste Verletzungen konnten zum Tod führen.

Noch vor 200 Jahren was die durchschnittliche Lebenserwartung in Europa 36 Jahre. Erstaunlich, nicht? Aber diese Zahl ist deshalb so niedrig weil viele Menschen sehr früh, oft noch als Kinder, an den gerade aufgezählten Ursachen gestorben sind. Und all diesen Widrigkeiten zum Trotz gelang es Deinen Vorfahren lange genuch zu überleben um sich fortpflanzen zu können. Trotz der zalhreichen Möglichkeiten früh zu sterben waren sie in der Lage ihre Gene immer wieder weiter zu geben bis schliesslich Du entstanden bist.

Und wieso waren sie dazu in der Lage? Wahrscheinlich auch weil sie sehr vorsichtig waren, immer darauf bedacht wie man am besten überleben konnte. Sie machten sich wohl oft grosse Sorgen. Manchmal wohl auch unnötige, aber die meisten waren wohl berechtigt. Sie vermieden extreme Risiken und erhöhten dadurch ihre Überlebenschancen.

Und sicher haben all die Sorgen sie auch oft genervt und unglücklich gemacht. Genauso wie Dich Deine Sorgen auch jetzt unglücklich machen. Aber die Natur schert sich nicht darum. Jedenfalls nicht solange sich nicht selbst umbringt oder seine reproduktiven Chancen durch sein Gejammer vermindert. Denn Glücklichsein ist quasi irrelevant im grossen Gib-Deine-Gene-weiter-Spiel. Das Einzige was zählt ist dass Du lange genuch überlebst um Dich fortzupflanzen. Und sich Gedanken zu machen was in einer gefährlichen Welt schiefgehen könnte, macht das Erreichen dieses Ziels wahrscheinlicher.

Denn auch in unseren reichen Ländern kann ein Mangel an Sorge immer noch zu einem schnellen Tod führen wie man z.B. leicht an vermessenen, jungen Autofahrern sehen kann die tödlich verunglücken. Hätten sie sich ein wenig mehr Sorgen gemacht, sie wären wohl noch am Leben.

Wenn Du Dir also das nächste Mal wieder vorwirfst Du würdest dir zuviel Sorgen machen, dann versuche dies etwas entspannter zu sehen. Sich Sorgen zu machen ist normal. Und vergiss nicht: Sorgen hatten wahrscheinlich auch einen grossen Anteil daran dass Du überhaupt auf diesem Planeten bist.

Nun muss man nur noch die nötigen von den unnötigen Sorgen trennen. Dazu mehr in einem späteren Artikel.

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6 Responses to Sich Sorgen zu machen ist ok.

  1. […] Original post by Markus and software by Sexfeed […]

  2. Heiko sagt:

    Sehr guter Artikel wirklich, leider gibt es keinen Menschen, der ohne Probleme lebt, wenigstens kenne ich solchen Mann nicht. Wit müssen das einfach akzeptieren.

  3. Bashkim sagt:

    Ich bin mir nicht sicher ob das hier noch gelesen wird aber der Artikel hat es in sich. So viel Wahrheit steckt drin. Durch diesen Artikel weiß ich nun mein Leben mehr zu schätzen, danke Leute.

  4. Schöner Artikel zur Rehabilitation der Sorgen. Wenn es sich sorgen oder die sogar die Fähigkeit zur Depression nicht irgendeinen lebenserhaltenden Sinn hätten, hätte die Evolution sie wahrscheinlich nicht erfunden.

    Aber wie das so ist mit dem nützlichen. Zuviel davon kann ins Gegenteil umschlagen.

    Die Fortsetzung des Artikel wäre wirklich spannend.

    Gruss aus Berlin

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  6. Assim as fotos su00e3o bem interessante mais a hitu00f3ria nossa muito triste, a revolta ainda foi grande eim? … Pois u00e9 essa u00e9 umas das histu0 Click https://twitter.com/moooker1

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